Na, sind Sie auch so tatendurstig für 2013 wie ich? Ich habe ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie auch möglichst viele davon für sich und Ihre Kunden in die Tat umsetzen. Denn in meiner beruflichen Praxis merke ich sehr oft, dass alles nicht so schnell geht wie gedacht.

Kaum eine Website ist so rasch online wie der Auftraggeber es ursprünglich plante. Kaum ein Online-Shop startet sein Angebot zum geplanten Termin.

Ich merke das natürlich nicht nur bei Kunden, sondern auch bei meinen eigenen Projekten.

Das Problem ist oft, dass der tatsächliche Aufwand unterschätzt wurde. Und das wird dann zum Teufelskreis: Wenn man kein Ende sieht, oder das Ende immer wieder weiter in die Ferne rückt als ursprünglich angenommen, kann das ziemlich demotivierend sein. Auch Unvorhergesehenes kann den Plan erschüttern und dazu führen, dass plötzlich “die Luft raus” ist und alles nicht mehr recht vorangeht.

Wenn Sie wie ich dieses Jahr viel vorhaben, werden Sie vielleicht jetzt im Januar vor Energie sprühen. Nutzen Sie diese Energie und lassen Sie sie nicht im Laufe des Jahres verglimmen. Ich gebe Ihnen ein paar Tipps, die sich bei mir und meinen Kunden bewährt haben und die Sie auf verschiedene Ihrer Projekte anwenden können – sei es Ihr neuer Internetauftritt, Ihre Sichtbarkeit im Internet allgemein oder aber auch ganz was anderes, z. B. eine neue Dienstleistung oder ein neues Produkt.

Nehmen Sie sich nicht zu viel vor

Das haben Sie bestimmt schon tausend Mal gehört. Und doch wird es oft nicht beherzigt. Zu viel heißt nämlich nicht nur zu große oder zu viele Projekte gleichzeitig, sondern oft auch, dass schlichtweg zu wenig Zeit eingeplant wird. Die Projekte sind größer als sie am Anfang schienen.

Doch das kann fatale Folgen haben: Ist die Deadline einmal überschritten, weil sie einfach viel zu eng geplant wurde, ist man nicht selten so frustriert, dass einem das ganze Projekt plötzlich mühsam und schwer vorkommt. Vielen geht es so, dass wenn der Plan durchkreuzt wurde, die Energie raus ist und es irgendwie nicht mehr so richtig flutscht.

Man fühlt sich überfordert und denkt, man kriegt gar nix gebacken. Denn oftmals sind ja auch die anderen (Folge-)Projekte davon betroffen, die man eigentlich längst anpacken wollte und die nun auf Warteschleife liegen. Das halte ich übrigens für ganz wichtig: Fangen Sie nix Neues an, wenn es nicht einen ganz, ganz triftigen Grund dafür gibt. Ich habe mich in der Vergangenheit oft verzettelt und sehr viel Zeit vergeudet, weil ich immer wieder was Neues angefangen habe. Das alte wird dann mit sehr viel weniger Energie angegangen und im schlimmsten Fall gar nicht zu Ende gebracht.

Planen Sie auch Unvorhergesehenes ein und geben Sie jedem Projekt nochmal ordentlich Luft dafür. Sie könnten krank werden, ein plötzlicher Großauftrag kann dazu führen, dass Sie für eigene Projekte sehr wenig Zeit haben, oder der externe Dienstleister, den Sie mit Zuarbeiten (z. B. Grafik- oder Programmierleistungen) beauftragt haben, stellt sich als inkompatibel zu Ihren Ansprüchen heraus.

Verschaffen Sie sich einen Überblick

Wenn Sie noch keinen Jahresplan aufgeschrieben haben, rate ich Ihnen dringend, das zu tun. Pläne im Kopf neigen dazu, sich im Laufe des Jahres zu verflüchtigen. Schriftliche Pläne sind zwar auch noch nicht automatisch umgesetzt, aber sie haben etwas Verbindliches und man kann im Laufe des Jahres immer wieder prüfen und nachjustieren (da gehe ich gleich nochmal drauf ein). Schreiben Sie einfach alles nieder, was Sie dieses Jahr vorhaben. Die größeren Dinge genauso wie die kleineren.

Kreisen Sie nun die Todos ein, die besonders wichtig sind. Dafür kann es viele Gründe geben: Entweder, weil sie Grundlage für andere Projekte sind, oder weil sie schon fast fertig sind, Sie sie schon angekündigt haben oder es Sie viel Geld kostet, wenn Sie sie nicht umsetzen.

Nehmen Sie nun vorzugsweise das, was schnell geht, und brechen Sie größere Dinge unbedingt in Teilprojekte runter. Wir motivieren uns am meisten durch die Dinge, die wir schaffen und durchstreichen können. Daher ist es wichtig, nicht zu große Schritte zu planen. Wenn Sie Ihre Website neu erstellen wollen, ist es ein sinnvoller erster Schritt, zu schauen, welche Dienstleister Sie dazu brauchen und welche Struktur die neue Website haben soll (grobe Inhalte).

Specken Sie ab

Viele Kunden brauchen für ihre Website ewig, weil sie nie gut genug ist. Aber die Wahrheit ist: Es gibt sie nicht, die perfekte Website. Es gibt immer etwas, das man besser machen kann. Irgendein Thema ist immer zu viel oder zu wenig oder nicht ausführlich genug beschrieben.

Das lässt sich auch auf andere Projekte beziehen (sei es ein Online-Kurs, den Sie planen, ein Flyer oder eine neue Dienstleistung). Immer noch ein wenig rumfeilen, weil es immer noch ein wenig besser geht, führt dazu, dass das ganze nie zu Ende gebracht wird.

Setzen Sie sich selbst eine Grenze. Sagen Sie z. B. “Ich mache drei Überarbeitungen und dann ist es gut.” Das hilft. Wenn Sie nach den drei Überarbeitungen merken, dass Sie noch völlig von Ihrem Ziel weg sind, dann müssen Sie natürlich nachsetzen. In der Regel ist das Projekt dann aber gut genug, um an den Start zu gehen.

Verbessern kann man sowieso immer alles. Ein Online-Kurs oder eine Dienstleistung wird nach und nach immer besser aufgrund Ihrer praktischen Erfahrungen und Feedbacks. Websites werden ohnehin ständig ergänzt und aktualisiert. Selbst Visitenkarten oder Geschäftspapier sind mittlerweile so günstig, dass Sie locker in einem Jahr neue drucken lassen können, wenn es wirklich nicht das Wahre ist. Das ist allemal besser, als in sechs Monate wegen “Pille-Palle-Änderungen” immernoch ohne dazustehen.

Eins nach dem anderen

Viele Projekte werden unnötig in die Länge gezogen, weil sie nicht den Stellenwert und die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Die neue Website oder der neue Shop laufen im Tagesgeschäft nebenher. Wenn mal etwas Zeit da ist, wird mal wieder was dran gemacht, aber meist ist halt keine Zeit da. Ich habe Projekte, die ziehen sich ungelogen seit drei Jahren!

Es ist so wichtig: Fokussieren Sie sich. Visieren Sie Ihr Projekt an und bringen Sie es mit aller Macht zu Ende. Fangen Sie vorher nichts Neues an, insbesondere wenn Sie wissen, dass Sie zum Verzetteln neigen (wie ich). Das erhält Ihnen nicht nur die Motivation, sondern verringert auch den Aufwand, weil man nicht jedes Mal – nach jeder größeren Pause – wieder neu überlegt, wie jetzt der Stand war, wo man aufgehört hat und wo man weitermachen müsste. Das macht nämlich keinen Spaß.

Ein bißchen Druck schadet nicht

Viele von uns arbeiten sogar etwas besser, wenn sie Druck von außen spüren. Kündigen Sie also ruhig neue Dinge bei Ihren Kunden an, vor allem wenn Sie sich selbst so auf das Neue freuen. Wer weiß, vielleicht springen Ihre Begeisterung und Freude sogar auf Ihre Kunden über.

Hüten Sie sich aber davor, Termine zu nennen, wenn Sie diese nicht 100%ig einhalten können. Das wirkt eher kontraproduktiv.

Was noch gut hilft, sind feste Termine für Teilaufgaben. Notieren Sie diese in den Kalender und setzen Sie sie dann als allererstes am Tagesbeginn um. Achten Sie darauf, dass diese Aufgaben nicht zu groß sind und nehmen Sie sich jeden Tag maximal eine vor.

Bleiben Sie nett zu sich selbst

Es lässt sich einfach nicht alles vorausplanen. Zum Glück, denn wo blieben sonst die unerwarteten Überraschungen, die uns oft auch Schönes bringen? Bleiben Sie flexibel und gehen Sie nachsichtig mit sich um.

Wie wäre es damit: Einmal im Monat setzen Sie sich einen Tag (oder einen Nachmittag) in ein Café, schauen sich Ihre Projekte an und überlegen, wo Sie stehen und ob Sie die gesetzten Termine schaffen oder lieber schieben wollen. Vielleicht ist auch etwas ganz Neues dazu gekommen, das im letzten Monat so noch nicht da war?

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn trotz aller Tipps doch etwas nicht läuft wie geplant. Schauen Sie, ob und wann Sie etwas daran ändern können. Bleiben Sie aber vor allem nachsichtig und freundlich zu sich selbst.

Und ganz wichtig: Wenn Sie ein Projekt erfolgreich zu Ende gebracht haben, honorieren Sie das! Streichen Sie es feierlich auf Ihrer Liste durch und geben Sie sich einen Nachmittag frei. Oder stoßen Sie mit einem Gläschen Sekt an. Das hat nicht nur einen symbolischen Charakter, sondern stärkt auch Ihren Blick darauf, was Sie schon geschafft haben. Und das gibt wieder Kraft für Neues.

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