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Checkliste für Online-Shops

Wenn ein Online-Shop gut läuft, lohnt sich vielleicht die Überlegung, die Produkte über die Landesgrenzen hinaus anzubieten.

Eine Ausrichtung auf fremdländische Märkte bedeutet neben den logistischen Herausforderungen (Versandarten, Versandkosten, Zahlungsarten) meist vor allem eines: eine andere Sprache.

Um einen Shop in mehreren Sprachen anzubieten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Jede bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich.

Mehrere Shops betreiben?

Zunächst stellt sich die Frage, wie Sie weitere Sprache im Online-Shop-System umsetzen. Grundsätzlich gibt es hier zwei Möglichkeiten:

1. Sie arbeiten mit einer Shop-Instanz und hinterlegen mehrere Sprachen.

Vorteil: Sie benötigen nur eine Datenbasis und haben sämtliche Daten (Artikel, Inhaltsseiten, Bestellungen, Kunden) zentral in einer Datenbank.

Nachteil: Länderspezifische Shop-Einstellungen, z. B. ein besonderes Sortiment, spezielle Inhaltsseiten, verschiedene Angebote, sind nur mit Aufwand (technische Anpassungen) oder gar nicht möglich.

2. Sie verwalten für jede Sprache eine eigene Shop-Instanz.

Vorteil: Flexibler – Sie richten für jede Sprache einen eigenen Shop ein und können so länderspezifische Inhalte einstellen.

Nachteil: Aufwändiger – Es ist ein erheblich höherer Pflegeaufwand damit verbunden, da Sie übergreifende Inhalte in mehreren Shops pflegen müssen.

Welche Domain(s) soll(en) verwendet werden?

Wenn Sie sich entschieden haben, ob ein oder mehrere Shop-Systeme zum Einsatz kommen sollen, ist zu entscheiden, wie Sie Ihren Besuchern die verschiedenen Sprachversionen zur Verfügung stellen wollen.

Hier haben Sie wiederum drei Möglichkeiten:

  1. eine eigene Top-Level-Domain für jede Sprache
    z. B. mein-shop.de, mein-shop.uk bzw. my-shop.uk …
  2. eine zentrale Domain (.com, .net) und für jede Sprache eine eigene Subdomain,
    z. B. de.mein-shop.com, en.mein-shop.com
  3. eine zentrale Domain und für jede Sprache ein (virtuelles) Unterverzeichnis,
    z. B. mein-shop.com/de/, mein-shop.com/en/

Die vierte Option, die Sprache nur per Parameter weiterzugeben, im Hintergrund zu merken und für die einzelnen Seiten dieselbe Adresse zu verwenden, empfehle ich nicht. Auch wenn sie am leichtesten umzusetzen ist – diese Option bringt sowohl aus Suchmaschinen- als auch aus Besuchersicht zu viele Nachteile mit sich.

Wenn Sie mit mehreren Shop-Instanzen arbeiten, sind die verschiedenen Varianten einfach technisch umgesetzt. Aber mit OXID eShop können Sie auch mit einer einzigen Shop-Instanz alle drei Varianten, teilweise sogar sehr einfach, umsetzen.

Eine eigene Top-Level-Domain für jede Sprache

Diese Lösung ist am besucherfreundlichsten, weil intuitiv zu verstehen und einfach zu merken.

Nachteilig könnte sein, dass für jede Domain separat Links aufgebaut werden müssen. Außerdem benötigen Sie für jede Domain ein eigenes SSL-Zertifikat. Zudem müssen natürlich die verschiedenen Länderdomains noch frei sein.

Ein Beispiel aus der Praxis ist der Shop meinedesignmatte.de, die italienische Shop-Version ist unter mydesignmat.it erreichbar. Hinter beiden Domains steckt eine einzige Shop-Installation.

oxid-URL-fuer-sprachenIn OXID eShop können Sie für jede Sprache eine bestimmte Domain einstellen. Gehen Sie dazu in Stammdaten -> Sprachen, wählen Sie die Sprache aus und geben Sie in Basis URL die Domain an (ohne Slash am Ende, siehe Screenshot). Für den SSL-verschlüsselten Bereich (Checkout) geben Sie die Adresse mit https an. Die Einstellung der Domain in der config.inc.php wird nun ignoriert.

Wichtig: Wenn Sie für eine Sprache eine abweichende URL für den sicheren Zugang (https) angegeben haben, müssen Sie das auch für jede andere verwendete Sprache tun.

Subdomains

Mit Subdomains lassen sich die Shops unter einer einzigen Domain verwalten. Werden ISO-konforme Sprachkennungen verwendet (de, it, fr usw.), ist auch hier eine recht intuitive Ansteuerung gegeben. Zudem bietet sich diese Variante an, wenn sehr viele Sprachen verwendet werden, denn der Besucher kann durch “ausprobieren” schnell zu seiner Sprache umschalten. Außerdem sind Subdomains schneller eingerichtet und einfacher verwaltet.

Auch hier hat man aus der Perspektive der Suchmaschinen-Optimierung den Nachteil, dass jede Subdomain für sich Links aufbauen muss. Zusätzlich besteht hier die Schwierigkeit, dass Besucher in der Regel nicht auf de.mein-shop.com, sondern eher www.mein-shop.com verlinken und natürliche Links somit noch schwerer zu erhalten sind.

Dafür können Sie mit einem Wildcard-SSL-Zertifikat alle Domains auf einen Streich sichern.

Die Einrichtung in OXID ist identisch mit der für separate Domains (wie oben beschrieben).

Unterverzeichnisse

Bei dieser Lösung laufen alle Sprachversionen unter derselben Domain in einem jeweiligen Unterverzeichnis. Der Vorteil ist, dass alle Links auf den Shop, egal für welche Sprache, die Domain stärken. Der Nachteil ist jedoch, dass das URL-Format eher vom Gewohnten abweicht und der Aufruf des Shops und seiner speziellen Sprachseiten nicht so intuitiv möglich ist. Das könnte auch negative Auswirkungen auf den Erfolg von Werbemaßnahmen haben.

Wichtig ist, das Schema für sämtliche Inhalte beizubehalten. Das heißt, Sie müssen sicherstellen, dass der Shop (die Domain) nicht ohne die Angabe eines Sprach-Verzeichnisses aufgerufen werden kann.

Auch diese Variante können Sie mit OXID eShop umsetzen, allerdings nicht ganz so einfach wie die beiden obigen. Um in OXID eShop Unterverzeichnisse für die Sprachversionen zu nutzen, geben Sie als Basis URL (siehe Eingabefeld oben) für die jeweilige Sprache die Domain plus Unterverzeichnis an, also z. B. www.mein-shop.de/en für Englisch. Diese Unterverzeichnisse sind nicht wirklich vorhanden, sondern nur Bestandteil der Adresse.

Damit OXID aber genau das weiß, ist zusätzlich eine Anpassung der .htaccess nötig, das ist eine Datei im Hauptverzeichnis Ihres Shops. Außerdem muss in der Regel der Umschalter für die Sprachen im OXID Theme geändert werden.

Die Umleitung, mit der Sie erzwingen, dass ein Unterverzeichnis angegeben wird, kann ebenfalls in der .htaccess erfolgen. Es kann aber auch eine automatische Prüfung und Weiterleitung per Geo-Targeting (also ermitteltem Besucher-Standort) mittels OXID Erweiterung erfolgen.

Weitere Überlegungen – SEO

Die Suchmaschinen-Optimierung für andere Länder ist nicht in drei Sätzen zusammenzufassen. Ich möchte hier nur einige der wichtigsten Punkte nennen. Bei der ernsthaften Ausrichtung auf fremde Länder lohnt es sich, einen Spezialisten ins Boot zu holen.

Für manche Länder bedeutet SEO, sich auf andere Suchmaschinen einzurichten, weil Google nicht überall wie bei uns Marktführer ist. Die grundlegenden Optimierungsregeln ändern sich dadurch natürlich nicht.

In jedem Fall sollten die Shops miteinander vernetzt werden, d. h. die (weiteren) verfügbaren Sprachen werden oben rechts als Dropdown oder als Länderflaggen angeboten. So haben Besucher jederzeit die Möglichkeit, die angezeigte Sprache zu wechseln.

Der Standort des Servers spielt für die Suchmaschinenpositionierung eine eher untergeordnete Rolle. Sie müssen also für einen spanischen Online-Shop keinen spanischen Hoster wählen. Entscheiden Sie sich lieber für einen zentralen Hoster (für alle Shops), um hier den Aufwand möglichst gering zu halten. Wichtig ist aber, dass die Links auf den Shop möglichst von im Zielland gehosteten Websites kommen.

Themen: Tutorials | Noch kein Kommentar »